Der britische Chipdesigner Arm hat die zweite Generation seiner Entwicklungs- und Compute-Plattform für Smartphones angekündigt. Unter dem Namen CSS for Mobile 2 (Compute Subsystems for Mobile 2) bündelt das Unternehmen neu gestaltete Prozessorkerne und Grafikeinheiten, die Halbleiterherstellern als Blaupause für künftige Flaggschiff-Prozessoren dienen sollen. Im Mittelpunkt der Aktualisierung stehen Leistungssteigerungen bei agentischen KI-Workflows sowie bei neuronalem Grafik-Rendering.
C2-Ultra und SME2 treiben lokale Sprachmodelle an
Herzstück des neuen CPU-Clusters ist der Hochleistungskern C2-Ultra, der von effizienteren Kernen des Typs C2-Pro flankiert wird. Eine wesentliche Neuerung der Rechnerarchitektur stellt die Integration von zwei Einheiten für den Befehlssatz Scalable Matrix Extension 2 (SME2) dar. Durch diese Erweiterung zielt Arm darauf ab, maschinelles Lernen und generative Berechnungen verstärkt auf dem Hauptprozessor selbst auszuführen.
Nach Angaben des Unternehmens führt die SME2-Integration bei kleinen Sprachmodellen (Small Language Models) sowie bei agentenbasierten KI-Abläufen direkt auf der CPU zu einem Leistungszuwachs von bis zu 70 Prozent (1,7-fache Geschwindigkeit). Über die KI-Beschleunigung hinaus nennt Arm für den C2-Ultra-Kern einen Zuwachs der Single-Thread-Leistung um bis zu 15 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration. In typischen Alltagsszenarien soll sich dies in um 15 Prozent schnellerem Web-Browsing und um 12 Prozent verkürzten Startzeiten von Apps niederschlagen.
Mali G2-Ultra NX setzt auf neuronale Shader-Beschleuniger
Flankiert wird das Prozessorgefüge von der neuen Grafikeinheit Mali G2-Ultra NX. Arm bezeichnet die Komponente als seine erste GPU mit nativer KI-Auslegung. Technisch unterscheidet sich die Grafikeinheit von bisherigen Designs durch dedizierte neuronale Beschleuniger (Neural Accelerators), die unmittelbar neben den Shader-Kernen platziert wurden. Hinzu kommen eine überarbeitete Execution Engine sowie eine Ray-Tracing-Recheneinheit der dritten Generation.
Die GPU bringt neuronale Rechenbeschleunigung direkt in den Grafikprozessor ein, wobei die Neural Accelerators eng mit den Shader-Kernen verzahnt sind. Diese Struktur soll die Fähigkeiten des C2-CPU-Clusters bei agentischen Aufgaben um dedizierte GPU-Hardware ergänzen, um die wachsenden Anforderungen an neuronale Grafikberechnungen zu bewältigen.
Neuronales Upscaling und höhere Effizienz
Die Mali G2-Ultra NX unterstützt drei hardwarebeschleunigte Funktionen für neuronale Grafikdarstellung: Neural Super Sampling (NSS), mit dem Spieleinhalte von 540p auf 1080p hochskaliert werden, Neural Frame Rate Upscaling (NFRU) zur Verdoppelung der Bildrate von 30 auf 60 Bilder pro Sekunde sowie Neural Super Sampling and Denoising (NSSD), das zusätzlich Ray-Reconstruction-Verfahren für berechnete Strahlenverläufe anwendet.
Laut den Herstellerangaben wirkt sich das neuronale Rendering deutlich auf die Energiebilanz aus: Bei gleichem Energiebudget erreiche die GPU im Vergleich zu nativer Bildberechnung eine bis zu vierfache Bildrate beziehungsweise eine bis zu vierfach höhere Energieeffizienz in Form von Leistung pro Watt. Für herkömmliche 3D-Spieleinhalte ohne KI-Unterstützung verspricht das Unternehmen ein Leistungsplus von bis zu 14 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration.
Mit der Kombination aus C2-Ultra, SME2-Befehlssatzerweiterungen und neuronaler GPU-Beschleunigung reagiert Arm auf den Trend, KI-Berechnungen und Upscaling-Verfahren vermehrt lokal auf mobilen Endgeräten abzuwickeln.