Staatsbesuch aus den VAE: Emirate investieren 40 Milliarden Euro in Deutschland und erhalten BER-Flugrechte

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Verfasst von Hans Baron

10.09.2026

Beim offiziellen Staatsbesuch des Staatspräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, in Berlin haben die Bundesrepublik Deutschland und der Golfstaat grundlegende Vereinbarungen über die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit geschlossen. Bundeskanzler Friedrich Merz empfing das Staatsoberhaupt am 10. September 2026 im Bundeskanzleramt. Zuvor war der emiratische Präsident bereits von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit protokollarischen Ehren empfangen worden.

Im Zentrum der Gespräche im Kanzleramt stand ein umfangreiches Investitionsabkommen. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten an, ein zusätzliches Investitionspaket im Gesamtvolumen von 40 Milliarden Euro in Deutschland bereitzustellen. Mit diesem Schritt verdoppelt sich das bisherige finanzielle Engagement der VAE in der Bundesrepublik mehr als: Zusammen mit den bislang getätigten Anlagen von rund 34 Milliarden Euro summiert sich das gesamte Investitionsvolumen auf nunmehr etwa 74 Milliarden Euro.

Das neue Finanzpaket zielt auf eine Reihe strategischer Kernsektoren ab. Vorgesehen sind umfangreiche Mittel für die klassische Industrie und die Sicherung robuster Lieferketten, vor allem aber für die Transformation der Energieversorgung. Hierbei stehen insbesondere Projekte im Zusammenhang mit Wasserstoff sowie der Einfuhr und Verarbeitung von Flüssiggas im Vordergrund. Zudem soll ein erheblicher Teil der Gelder in fortschrittliche digitale Infrastrukturen fließen. Dazu gehören Vorhaben im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie die Errichtung neuer Rechenzentren, für die eine Gesamtkapazität von rund einem Gigawatt Leistung veranschlagt ist.

Die langfristige Ausrichtung der bilateralen Beziehungen bekräftigte auch die emiratische Regierung. VAE-Industrieminister Sultan Ahmed al-Dschaber erklärte laut Berichten: „Deutschland ist seit Jahrzehnten ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner.“

Begleitet wird das staatliche Rahmenpaket von direkten Verträgen zwischen Unternehmen aus beiden Ländern. Am Rande der politischen Konsultationen wurden insgesamt 29 konkrete Vereinbarungen und Absichtserklärungen unterzeichnet. Der finanzielle Gesamtwert dieser privat- und halbwirtschaftlichen Projekte beläuft sich auf mehr als 9,3 Milliarden Euro und wird in vorliegenden Berichten auf exakt 9,356 Milliarden Euro beziffert.

Um die bilaterale Abstimmung künftig kontinuierlich fortzuführen, verständigten sich die Spitzen beider Regierungen auf neue institutionelle Formate. Geplant ist die zeitnahe Einrichtung eines Deutsch-Emiratischen Investitionsrats, der den beteiligten Regierungsstellen und Wirtschaftsakteuren als ständige Plattform zur Koordinierung von Investitionsprojekten dienen soll. Flankiert wird dieser Rat durch einen institutionalisierten strategischen Dialog. Dieser soll sich nicht allein auf wirtschaftliche Angelegenheiten beschränken, sondern auch die Außen-, Sicherheits- und Umweltpolitik beider Staaten umfassen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt der Verhandlungen betrifft den Luftverkehrssektor. Berlin und Abu Dhabi einigten sich auf eine Erweiterung der bisherigen Verkehrsrechte für die emiratische Fluggesellschaft Emirates. Die Fluglinie erhält künftig die Erlaubnis, als fünften deutschen Landepunkt den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) regulär in ihr Streckennetz aufzunehmen. Bisher besaß Emirates Verkehrsrechte für vier deutsche Standorte: Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) betonte die engen regulatorischen Rahmenbedingungen, die mit der Ausweitung der Flugrechte verknüpft sind. „Die zusätzlichen Flüge der Fluggesellschaft sind dabei auf maximal sieben Flüge pro Woche begrenzt“, teilte Bilger mit. Zudem bekräftigte der Minister: „Gleichzeitig schließen wir ein Flugangebot der Airline zwischen dem fünften Landepunkt und Drittstaaten aus. Damit stärken wir den Luftverkehrsstandort Deutschland.“

Auf Seiten der Berliner Landespolitik wurde die Entscheidung ausdrücklich begrüßt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sah in der Freigabe der Verkehrsrechte ein wichtiges Signal für den Wirtschaftsraum der Hauptstadtregion. „Mit täglichen Emirates-Langstreckenflügen von Berlin nach Dubai rücken zwei wachsende Wirtschaftsregionen noch enger zusammen“, sagte Wegner. Zugleich hob er die verbesserte Anbindung hervor: „Damit wird der Hauptstadtflughafen BER international noch besser angebunden.“

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