Deutscher Fernsehpreis 2026: Große Gala feiert Premiere im Kölner Confex

Deutscher Fernsehpreis 2026: Große Gala feiert Premiere im Kölner Confex

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Verfasst von Hans Baron

09.09.2026

Die deutsche Fernsehbranche hat sich am 9. September 2026 zu einem festlichen Höhepunkt in Köln zusammengefunden: Die 27. Verleihung des Deutschen Fernsehpreises präsentierte sich mit einem grundlegenden Ortswechsel. Erstmals wurde die renommierte Auszeichnung im Confex-Center der Koelnmesse vergeben, nachdem die Gala in den vergangenen Jahren regelmäßig in den TV-Studios in Köln-Ossendorf beheimatet gewesen war. Die turnusgemäße Federführung unter den beteiligten Stifterpartnern lag in diesem Jahr bei RTL Deutschland. Der Kölner Sender übertrug die mehrstündige Live-Show zur Hauptsendezeit ab 20:15 Uhr bundesweit im Fernsehen.

Neuer Schauplatz und bewährte Moderation

Trotz der neuen architektonischen Kulisse setzte die Produktion auf eine vertraute Gastgeberin: Entertainerin Barbara Schöneberger moderierte die Fernsehpreis-Gala am 9. September 2026 bereits zum neunten Mal und begleitete das Publikum wie auch die anwesenden Medienschaffenden durch den Abend. Eine Neuerung gab es hingegen an der Spitze des Auswahlgremiums: Der Journalist und renommierte Dokumentarfilmer Stephan Lamby hatte 2026 erstmals den Vorsitz der unabhängigen Fachjury inne, die über die Nominierungen und Preisträger des Jahrgangs entschied.

Die Verleihung der Hauptpreise bildete den Abschluss einer zweitägigen Veranstaltungsserie. Bereits am Vorabend, dem 8. September 2026, waren im Festsaal der Flora Köln im Rahmen der traditionellen „Nacht der Kreativen“ die Trophäen in den personellen Fachdisziplinen vergeben worden. Elf Auszeichnungen würdigten dort herausragende Einzelleistungen hinter den Kulissen in den Gewerken Regie, Buch, Kamera, Montage, Musik und Ausstattung.

Unterhaltungserfolg für Laura Wontorra

Im Bereich der Fernsehunterhaltung ging eine der begehrten Auszeichnungen an Laura Wontorra. Die Journalistin und Moderatorin sicherte sich den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung“ für ihren Einsatz bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ auf RTL.

Auf der Bühne des Confex zeigte sich die Preisträgerin sichtlich gelöst und kommentierte ihren Triumph mit Humor und Selbstironie. Wontorra sagte bei der Verleihung: „Nach 18 Trostpreisen endlich der richtige Pokal“. Zudem fügte sie mit Blick auf die Zusammenarbeit mit dem übertragenden Sender hinzu: „RTL vertraut mir immer Inhalte an, in denen ich gar keine Talente habe. Singen, Kochen und Klettern kann ich nicht, aber offenbar moderieren.“

Würdigung von Berichterstattung aus dem Kriegsgebiet

Einen thematisch gänzlich anderen Schwerpunkt setzte die Jury in den Informationskategorien. Der Chefreporter des Nachrichtensenders WELT, Ibrahim Naber, wurde in der Sparte „Beste Moderation/Einzelleistung Information“ prämiert. Gewürdigt wurde damit seine kontinuierliche journalistische Berichterstattung direkt aus dem ukrainischen Kriegsgebiet.

Naber widmete die Auszeichnung unmittelbar nach der Preisvergabe jenen Mitarbeitern, die seine Recherchen vor Ort überhaupt erst möglich machten. Er erklärte: „Ich bin unglaublich glücklich und dankbar für die Auszeichnung mit dem Deutschen Fernsehpreis. Diese Auszeichnung gilt auch der Redaktion und meinen ukrainischen Teamkollegen Ivan und Viktor, die bei unzähligen Fronttrips so viel für unsere Reportagen riskiert haben. Ich verstehe den Deutschen Fernsehpreis als Auftrag, mit unserer Berichterstattung weiterzumachen.“

Auch WELT-Chefredakteur Helge Fuhst unterstrich die Notwendigkeit von verlässlichem Vor-Ort-Journalismus in Krisenzeiten und hob den Stellenwert der Arbeit seines Reporters hervor: „Wenn Desinformation und Verzerrung gezielt als Waffen eingesetzt werden, ist verifizierte Berichterstattung von der Front das korrektive Moment, für das es den Journalismus gibt. Ibrahim Naber und sein Team riskieren ihr Leben für Informationen und Klarheit, um den Menschen hier die Wahrheit der Menschen dort ungeschminkt greifbar zu machen.“

Stehende Ovationen für das Lebenswerk von Peter Kloeppel

Einen der bewegendsten Momente des Galaabends markierte die Vergabe der höchsten persönlichen Würdigung der Stifter. Der langjährige RTL-Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel wurde für sein Lebenswerk geehrt. Kloeppel, der über Jahrzehnte hinweg das Gesicht von „RTL Aktuell“ war und das nachrichtliche Profil des Privatsenders maßgeblich geprägt hatte, erschien am Abend des 9. September 2026 persönlich im Kölner Confex, um den Ehrenpreis der Stifter unter großem Applaus der Branche entgegenzunehmen.

Mit der erfolgreichen Premiere im Confex-Center und der Verknüpfung von handwerklicher Würdigung in der Flora, Auszeichnungen für Informationsformate sowie breiter Fernsehunterhaltung stellte der 27. Deutsche Fernsehpreis die Bandbreite des aktuellen TV-Schaffens in den Mittelpunkt.

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Bürgerjournalisten, denen der Naturschutz sehr am Herzen liegt.